Die Historie der Wassermühle Friedland

Direkt an der historischen Stadtmauer finden Sie die Stadtmühle. Sie ist massiv aus Feldsteinen erbaut und besitzt auf der Stadtseite einen aufwendigen Fachwerkaufsatz. Bei Nahem entwickelt sich die stattliche Größe der Mühle. Ursprünglich trieb das Wasser des Mühlenteiches vier Wasserräder an.

 

Die Wassermühlen spielen beim Ausbau der Städte im 13. Jh. eine wichtige Rolle. So hat auch die Wassermühle Friedland eine große Bedeutung für die Stadt gespielt. Sie diente nicht nur zum Mahlen des Getreides, sondern auch zu dessen Lagerung. Ein Großteil des Lebensmittelvorrates der Stadt lagerte in der Mühle. Durch den Mahlzwang war die Mühle auch eine lukrative Einnahmequelle. Die strategische und finanzielle Bedeutung und die exponierte Lage an der Peripherie der Stadt erforderte einen besonderen militärischen Schutz der Wassermühle mit der dazugehörigen Stauanlage. Der Mühlenstau war auch ein wichtiger Bestandteil der Befestigungsanlage der Stadt Friedland. Durch Öffnen des Staues konnten die Gräben und die Altermannswiese bei Bedarf mit Wasser geflutet werden.

1244: Erste Erwähnung in der Stiftungsurkunde der Stadt Friedland

Einer der Lokatoren bekommt den Auftrag die Mühle zu errichten: „Dem Johann von Grevendorp aber haben wir erlaubt, die Stadt mit einer Mühle zu versehen, in der Weise, daß er sie selbst und auf eigene Kosten errichtet und das Bauwerk auf zwei Jahre frei [von Abgaben] besitzen wird. Sobald diese beiden Jahre aber abgelaufen sind, wird das Bauwerk sein Erbbesitz (hereditas) sein,  für das er uns Pacht zu entrichten hat.“ 

ca. 1250: Bau der Wassermühle

Schon sehr bald, nach dem Beginn der Ausbauarbeiten der Stadt Friedland um 1250, wird auch die erste Wassermühle errichtet worden sein. Im Keller ist noch heute originales Mauerwerk im gotischen Verband erhalten.

1703: Letzter Brand der Mühle

In den Jahrhunderten nach dem Bau brennt die Mühle, wie auch die Stadt selber, öfters nieder. Zuletzt im Jahr 1703.

1710: Neuerrichtung als Fachwerkbau mit Walmdach

Im Jahr 1710 wird die Wassermühle als Fachwerkbau mit Walmdach wieder neu errichtet. Der Anbau in der Flucht zur Stadtmauer ist zu einem späteren Zeitpunkt angefügt worden. In ihrer Funktion als Mühle werden öfters Umbauarbeiten am und im Gebäude vorgenommen.

1850: Erneuerung des Giebels zum Mühlenteich

Der Giebel zum Mühlenteich hin ist um 1850 erneuert worden, da dieser Bereich sicher wetterbedingt baufällig war.

ca. 1900: sinkender Pegelstand führt zu fehlender Wasserkraft

Um 1900 beginnt der Pegelstand, des Mühlenteiches und die Wassermenge die am Mühlenwehr ankommt, durch Meliorationsmaßnahmen in den Datzewiesen und andere wasserbaulichen Maßnahmen, sich abzusenken. Bis heute fehlen zum historischen Wasserstand des Mühlenteiches ca. 1,60 m. Damit fällt die Wasserkraft als Antrieb nach und nach aus.

nach 1915: Antrieb durch Dampflokomobile & Umbau stadtseitige Giebel

Nach 1915 wird zum Antrieb der Mühle eine Dampflokomobile angeschafft, welche in einem separaten Anbau auf der Mühlenteichseite unterkommt. Im gleichen Zeitraum wird auch der Stadtseitige Giebel umgebaut. Später übernimmt ein Elektromotor den Antrieb der Mühle.

Zum Kriegsende 1945: Wassermühle dienst als Notkrankenhaus

Zum Kriegsende 1945 ist in der Wassermühle vorübergehend ein Notkrankenhaus untergebracht.

Bis 1982: Verarbeitung von Getreide in der Mühle

Bis 1982 wird in der Mühle Getreide verarbeitet.

Vor 1985: Mühle wird unter Denkmalschutz gestellt
1985: Beginn der Instandsetzungsarbeiten
1989: Einstellung der Instandsetzungsarbeiten
2007: Verkauf der Mühle von der Stadt an privaten Investor
2008 - 2009: Sanierung der Wassermühle

Die Informationen und Bilder zur Historie der Wassermühle haben wir dankend vom Museum Friedland – Jens Schönfeld – erhalten.